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Arbeitszeugnis in der Gastronomie: Das sollte man wissen!

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Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat man das Recht auf ein Arbeitszeugnis. Größtenteils fallen die Beurteilungen gut aus, zumindest denken das einige Leute. Wir zeigen euch, wer alles Anspruch auf ein Arbeitszeugnis hat und was die „Codes“ bedeuten.

Was ist ein Arbeitszeugnis?

Kurz gesagt: Ein Arbeitszeugnis ist eine Beurteilung über deine Arbeitsweise in Betrieben. Es kann dir beispielsweise helfen schneller einen Job zu finden, sollte dein Arbeitszeugnis gut bewertet sein. Zudem hilft es deinem neuen Chef dich besser einschätzen zu können.

Wer hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Sobald man sein Arbeitsverhältnis gekündigt hat, hat man mindestens 3 Jahre einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Dabei spielt es keine Rolle, welche Position man im Betrieb hatte. Es haben in der Gastronomie alle ein Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, egal ob:

  • Koch
  • Servicekraft
  • Bartender
  • Aushilfen

Sollte man jedoch freiberuflich in einem Betrieb arbeiten, hat man keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.

Wie bekommt man ein Arbeitszeugnis?

Um ein Arbeitszeugnis zu bekommen, muss man lediglich seinen Chef darauf ansprechen. Die Ausstellung kann aber erst erfolgen, sobald die Kündigung vollzogen ist. Ist die Kündigungsfrist also noch nicht abgelaufen, so bekommt man nur ein „vorläufiges Arbeitszeugnis“.

Das „vorläufige Arbeitszeugnis“ ersetzt aber nicht das Arbeitszeugnis an sich. Sollte man dem neuen Chef also sein „Zwischenzeugnis“ vorlegen, so ist man in der Pflicht das endgültige Arbeitszeugnis nachzureichen.

Muss mein Chef mir ein Arbeitszeugnis ausstellen?

Ja, dein Chef ist verpflichtet dir ein Arbeitszeugnis auszustellen, sobald du ihn darauf aufmerksam machst. Natürlich braucht das Schreiben des Zeugnisses Zeit. Daher sollte man mit ungefähr 2 bis 3 Wochen rechnen. Sollte dein Chef etwas länger Zeit brauchen, ist er verpflichtet dir einen Grund zu nennen, warum die Ausstellung sich verzögert.

Sollte sich dein Chef weigern dir ein Arbeitszeugnis auszustellen, dann ist die letzte Möglichkeit leider einen Anwalt einzuschalten.

Was mach ich, wenn ich mit dem Arbeitszeugnis nicht zufrieden bin?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wenn du unzufrieden mit dem Arbeitszeugnis bist. Meist hilft es schon, wenn du mit deinem Arbeitgeber redest und die Karten auf den Tisch legst. Zudem hat man einen Anspruch auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. Das heißt, dass das Zeugnis den Tatsachen entsprechen muss. Sollte dein Chef dich auf dem Kieker haben, darf er also keine schlechten Formulierungen hineininterpretieren.

Sollte der Arbeitgeber das Zeugnis nicht wahrheitsgemäß abändern, so bleibt auch hier nur die Möglichkeit den Anwalt einzuschalten.

Wie ist ein Arbeitszeugnis aufgebaut?

Das Arbeitszeugnis ist grundsätzlich immer gleich aufgebaut:

  1. Überschrift: In der Überschrift macht man ausdrücklich klar, um was es genau geht. In diesem Fall ist die Überschrift „Arbeitszeugnis“.
  2. Einleitung: Hier findet man alle wichtigen Daten die sich auf das Unternehmen und den Arbeitnehmer beziehen. Dazu zählen persönliche Daten des Arbeitnehmers wie z.B. Name, Geburtsdatum und Beschäftigungszeitraum. Die Adresse wiederum spielt, nicht wie bei einem normalen Brief, im Arbeitszeugnis keine Rolle.
  3. Beschreibung des Unternehmens: Eine kurze Beschreibung des Unternehmens sollte im Arbeitszeugnis enthalten sein. Hier kann man beispielsweise die Branche, den Firmensitz oder die Mitarbeiteranzahl eingeben.
  4. Beschreibung der Tätigkeit: Ab hier fängt dann der interessante Teil an. In der Tätigkeitsbeschreibung listet man alle wichtigen Punkte auf, die der Arbeitnehmer in der gesamten Zeit ausgeübt hat.
  5. Beurteilung des Arbeitnehmers: In diesem Teil nimmt der Arbeitgeber Stellung über die Arbeitsweise des Arbeitnehmers. Gerade für den Arbeitnehmer sollte dieser Teil interessant sein. Es gibt einige Formulierungen, die auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aussehen, im Endeffekt aber negativ gemeint sind. Die Formulierungen findest du im unteren Abschnitt.
  6. Beendigungsgrund: Wie der Name schon sagt, zeigt dieser Abschnitt den Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Das kann natürlich aus den verschiedensten Gründen passieren. Entweder man hat auf eigenen Wunsch das Arbeitsverhältnis beendet, man wurde betriebsbedingt oder in beidseitigem Einvernehmen gekündigt.
  7. Zukunftswünsche: In diesem Abschnitt wünscht der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer nur das Beste und bedankt sich für die Zusammenarbeit.
  8. Unterschrift: Natürlich darf auch auf dem Arbeitszeugnis die Unterschrift nicht fehlen. Grundsätzlich sollte auch der Ausstellungsort, das Ausstellungsdatum und der Firmenstempel im letzten Abschnitt enthalten sein.

Was bedeuten die Formulierungen im Arbeitszeugnis?

Wie bereits erklärt gibt es einige Formulierungen, die sich für den Laien gar nicht so schlecht anhören. Hier sollte man jedoch die Augen etwas weiter aufmachen. In den folgenden Formulierungen geht es um „Codes“ die man benutzt, da negative Formulierungen im Arbeitszeugnis verboten sind.

Formulierung Heißt so viel wie,
Er zeigte für die Arbeit Verständnis. Faulheit.
Er erledigte seine Arbeit mit großem Interesse. Allerdings erfolglos.
Durch sein umfangreiches Fachwissen war er ein gern gesehener Gesprächspartner. Die meiste Arbeitszeit hat er für Privatgespräche genutzt.
Er bemühte sich, seine Aufgaben zu erledigen. Lustlosigkeit.
Er erwies eine große Leistungsbereitschaft, die nicht zu kritisieren war. Damit ist das Gegenteil gemeint.
Unseren Anforderungen kam er mit großem Bemühen nach. Er konnte wirklich gar nichts.
In Sachen Pünktlichkeit bewies er sich als Vorbild. Er kam sehr oft zu spät.
Seine Geselligkeit trug zu einer Verbesserung des Betriebsklimas bei. Dieser Satz fällt meist, wenn es sich um ein Alkoholiker gehandelt hat.
Er erwies sich vor Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten vorbildlich. Hiermit behauptet man das Gegenteil.
Durch seine Tüchtigkeit wusste er sich gut zu verkaufen. Er stellte sich als unfreundlicher Mitarbeiter heraus.
Es stellte sich heraus, dass er ein zuverlässiger Mitarbeiter ist. Er hat zwar sein Bestes gegeben, aber erfolglos.
Im gegenseitigen Einvernehmen haben wir uns getrennt. Wir haben ihn gekündigt.
Wir bedanken uns bei ihm für seine Mitarbeit. Endlich sind wir ihn los.
Wir wünschen ihm alles Gute und Erfolg. Damit ist ein schlechtes Arbeitszeugnis vollendet.

Darf man sein Arbeitszeugnis selber schreiben?

Rein rechtlich darf man sein Arbeitszeugnis auch selber schreiben. Es gibt jedoch einiges zu beachten. Zum einen sollte das Zeugnis den richtigen Aufbau haben. Es ist zwar keine Pflicht, dennoch verschafft es eine bessere Übersicht. Zum anderen muss das Zeugnis wahrheitsgemäß geschrieben sein.

Sollte das nicht der Fall sein, kann der Arbeitgeber im Nachhinein das Zeugnis abändern. Wer sein Arbeitszeugnis selber geschrieben hat, der muss trotz allem am Ende eine Unterschrift vom Arbeitgeber und ein Firmenstempel erhalten.

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Quelle und weitere Links:

  • https://karrierebibel.de/arbeitszeugnis-selber-schreiben/
  • https://g-wie-gastro.de/abteilungen/personalbuero/zeugnisse/vokabular-in-zeugnissen.html

Bildnachweis: ©Unsplash

Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

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